AKTUELLES
Am 24/25.11.2011  findet die 2. Berliner Konferenz für Erneuerbare Energien im Rahmen der Militär- und Wirtschaftskonversion statt.


In den letzten Jahren nimmt insbesondere die Nutzung von Wind, Sonnenenergie und Biomasse auf der ganzen Welt stark zu. Die hohe Zustimmung für erneuerbare Energien zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten in Deutschland und hat nach der Katastrophe im japanischen Fukushima noch eine Steigerung erfahren. Während die fossilen und atomaren Energieträger immer teurer werden, sind die Kosten für erneuerbare Energien in den letzten 15 Jahren im Schnitt um etwa die Hälfte gesunken. Bis 2020 strebt die Branche eine weitere Kostensenkung von bis zu 40 % an, ermöglicht durch Massenfertigung und Technologiefortschritte. Der gewünschte Zuwachs im Bereich der erneuerbaren Energien führt aber auch zu Konflikten infolge von Flächennutzungskonkurrenzen und Anwohnerinteressen. Um den Zuwachs bei erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben, müssen solche Differenzen möglichst im Vorfeld bereits ausgeräumt werden, um die Akzeptanz der erneuerbaren Energien zu steigern.

Dafür sind neben Anpassungen im Planungsrecht vor allem tragfähige Kompromisse gefordert. Militär- und Industriebrachen sind geradezu prädestiniert, diese Konflikte aufzulösen. Diese Landschaften sind teilweise umweltbelastet und versiegelt. Sie können durch Nutzung als Standorte für Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien
erheblich zur Verringerung des Verbrauchs von Naturflächen beitragen. Schwerpunkte dieser 2. Berliner Konferenz zum Thema „Erneuerbare Energien“ sind die Standortentwicklung von militärischen und industriellen Konversionsflächen für erneuerbare Energien und die damit verbundenen Herausforderungen.
Spitzenvertreter der Branche und Investoren sowie Verantwortliche des Bundesverteidigungsministeriums, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und der Clearingstelle EEG werden mit einem breiten Fachpublikum Erfahrungen und Entwicklungskonzepte sowie zukünftige Potenziale wirtschaftlicher Nutzung und ihrer Finanzierung erörtern.
Die Veranstaltung wird vom ehemaligen Wirtschaftsminister Brandenburgs, Herrn Ulrich Junghanns, moderiert und von einer Fachausstellung begleitet.

Link zum Programm:

  • Einladung 2.Berliner Konferenz Erneuerbare Energien

  • Anmeldeformular 2. Berliner Konferenz für Erneuerbare Energien

  • Hotels in der Nähe zum Veranstaltungsort


     

    Wilko Werner, Vorsitzender von KOMZET e.V.

    Die Konversion ehemals militärisch und industriell genutzter Liegenschaften, die Beseitigung von Kampfmitteln aus zwei Weltkriegen sowie aus der Stationierung alliierter Truppen und industrielle Altlasten gehören weiterhin und unvermindert zu den drängenden Problemen der Gegenwart. Erneut zeichnen sich weitreichende Reformen der Bundeswehr ab, die zu Standortschließungen führen und den Kommunen neue Militärbrachen verschaffen werden. Ein beträchtlicher Teil unseres Lebensraumes ist immer noch durch gefährliche Schad- und Explosionsstoffe gestört und einer sinnvollen Nutzung langfristig entzogen. Gleichzeitig wird das Ziel der Bundesregierung, die Naturraumreduzierung durch die Neuversiegelung von Naturflächen von derzeit ca. 100 ha/Tag bis zum Jahre 2020 auf 30 ha/Tag zu erreichen, immer schwieriger.

    Der Verband Kompetenz-Zentrum Konversion/Kampfmittelräumung e.V. [Komzet e.V.], gegründet 2000 als Forum für engagierte Bürger, Fachleute, Kommunen, Wissenschaft und Unternehmen, stellt sich dieser komplexen Herausforderung unserer Zeit. Gemeinsam ist allen das Engagement für eine zivile Umnutzung ehemals militärisch, gewerblich und industriell genutzter Areale und Liegenschaften, sowie die Beseitigung und Vernichtung von Kampfmitteln. Liegenschaftskonversion und Kampfmittelräumung dienen auch neuen Zielen. Sie leisten heute im Investitionsfeld für regenerative Energien wichtige Beiträge zum Klimaschutz, ermöglichen Einnahmen und Arbeitsplätze, schaffen Gewerbeansiedlungen im strukturschwachen Raum und verbessern die Naturqualität. Sie sind Bestandteil der regionalen Wertschöpfung. In ihrer strukturpolitischen Wirkung wird die Konversion unterschätzt und in ihrem Beitrag für die Sicherung eines gefahrenfreien Lebensraumes mit intakten Ökosystemen ungenügend befördert.

    Die Umnutzung ehemaliger militärischer, industrieller und gewerblicher Liegenschaften für zivile, mit zum Teil höherwertiger Nutzung sowie Erhalt und Ausbau intakter Ökosysteme ist eine wichtige Herausforderung für die Zivilgesellschaft. Für diese Aufgabe zur Beseitigung von Risiken und Planungshindernissen arbeiten unter dem Dach des KOMZET e.V. erfahrene und spezialisierte Fachleute aus den Bereichen Bewertung, Planung, Gefahrenbeseitigung, alternativer Energiegewinnung und Entsorgung.

    Das Netzwerk KOMZET e.V. bietet Expertenwissen für Institutionen, Behörden und Unternehmen und steht als kompetenter Ansprechpartner für die interessierte Öffent­lichkeit und Betroffene zu Verfügung. KOMZET moderiert im fachlichen Dialog, führt gegenläufige Interessen zusammen und bietet innovative Lösungen der Liegenschafts-Konversion und Gefahrenbeseitigung. Erfahrungen im In- und Ausland qualifizieren das Netzwerk für Konversion für die Tätigkeit als NGO. Fachleute und Firmen können in ihrer Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie z. B. EU, OSZE, NATO und UNO von den Er­fahrungen und der kompetenten Beratung bzw. Unterstützung des KOMZET e.V. und seiner Mitglieder profitieren.

    Die Sensibilisierung und Aufklärung der breiten Öffentlichkeit über die realen Gefahren des Erbes industrieller und militärischer Aktivitäten ist eine der Hauptaufgaben, denen sich unsere Mitglieder engagiert und verantwortungsvoll stellen. Wir alle, die Bürger und die politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen, tragen eine unteilbare Verantwortung für das Leben und die Sicherheit der heutigen wie der kommenden Generationen. Wir leben in einer Zeit der ständigen Veränderung. Die Lebensgrundlagen der Menschen werden einem ständigen Wandel unterzogen und somit auch deren Lebensbedingungen. Die Lebensräume sind nicht endlos verfügbar. Die Strukturen der Ballungsräume sind den demografischen Entwicklungen und neuen Nutzungsanforderungen anzupassen.

    Zeit für geplante Konversion, Zeit für Lösungen.